Die diesjährige Mitgliederversammlung findet am 25.02.18 im neuen Jugendgästehaus statt. Einladungen sind verschickt worden.


Wir verteilen gerne unsere Notfallkarten für Einbeck und Umgebung. Sollte es besonders ältere und alleinstehende Menschen im Bekanntenkreis geben, wo eine Notfallkarte benötigt wird, bitte eine E-Mail an uns schicken.

Hund entlaufen – Was nun? Ein Bericht vom Tierparkservice Heino Krannich.

 

Dass leider täglich immer wieder Meldungen entlaufener Hunde hereinkommen, ist mittlerweile zur traurigen Gewohnheit geworden. Aber als ob das nicht schon schlimm genug wäre, machen die Menschen im Falle des Entlaufens immer wieder die gleichen entscheidenden Fehler. Sie laufen hinter dem Hund her und sie stellen kein Futter an den Ort des Entlaufens.

Ich kann nur an jeden Hundebesitzer appellieren: Auch wenn es noch so schwer fällt, Ruhe bewahren! Auf keinen Fall hinter dem Hund herlaufen, und schon gar nicht Suchtrupps bilden. Futter an den Ort des Entlaufens stellen, denn auch wenn es viele nicht glauben können, häufig kommen die Hunde an diesen Ort zurück. Wer sich unsicher ist, wie man sich korrekt verhält, kann natürlich auch gerne bei mir anrufen.

Um es zu verdeutlichen, nehmen wir doch mal ein typisches Beispiel. Ein Hund, z. B. aus Rumänien ist bei seiner neuen Familie eingetroffen. Bei einer der ersten Runden im Garten erschrickt er sich und zieht sich aus dem Geschirr und flüchtet aus einer Lücke im Gartenzaun. Fast immer wird mir nach so einer Situation geschildert, dass man hinter dem Hund hergelaufen ist. Nun versetzen wir uns doch einmal in den Hund. Er befindet sich in einem für ihn fremden Territorium und in einer fremden Situation. Da dürfte es nun keinen wundern, dass der Hund sich in Gefahr sieht. Das wiederum bedeutet, dass alle seine Sinne in Alarmbereitschaft sind. Nimmt er nun Schritte, Stimmen oder Menschen wahr, die im schlimmsten Fall noch nach ihm greifen, wird er sich zurück ziehen und evtl. das Gebiet verlassen.

In diesem genannten Fall wäre die erste wichtige Aktion, Futter in den Garten zu stellen. Sollte er zurück kommen, ist es zunächst wichtig den Hund nicht anzusehen, nicht anzusprechen und nicht auf ihn zuzugehen. Leider passiert es immer wieder, dass jemand aufspringt und ruft „Da ist er“, so dass sich alle Blicke auf den Hund richten. Eventuell hat man mit einer solchen Aktion den Hund von der Futterstelle vertrieben. Natürlich möchte man nicht tatenlos herumsitzen und warten, und oft sind Freunde und Familie da, die gerne unterstützen möchten. Helfer werden auch dringend benötigt, denn es sind viele Dinge kurzfristig zu erledigen.

Benachrichtigen Sie unbedingt die zuständigen Behörden (Polizei und Ordnungsamt) sowie das zuständige Tierheim oder die Tierschutzorganisation, Tasso und gegebenenfalls das Forstamt. Achten Sie darauf, dass Sie immer telefonisch zu erreichen sind, und verteilen Sie weitläufig Suchplakate. Sollten Sie vor kurzem umgezogen sein, verteilen Sie die Plakate unbedingt zwischen Ihrem alten und neuen Wohnort bzw. zur ehemaligen Pflegestelle. Wenn es Sichtmeldungen gibt, zeichnen Sie bitte die Sichtungspunkte und die Sichtungszeiten lückenlos auf. Dies hilft mir später dabei, ein Lauf- und Verhaltensmuster zu erkennen und erleichtert somit das richtige Platzieren der Futter-/Köderstelle.

Jetzt gehen wir doch aber einmal von einem positiven Fall aus. Es wurde sofort Futter rausgestellt und es wurden keine unnötigen Fangversuche unternommen. Da stellt sich ja nun die Frage, wie könnte es weitergehen. Am Besten würden die Hundebesitzer sofort Kontakt zu mir aufnehmen, so dass wir das genaue Platzieren der Futterstelle sowie die Deckung für die Sicherung per Distanznarkose durchsprechen können. Kommt der Hund 2 – 3 x sicher an die Futterstelle, würde ich bei der nächsten Fütterung in der Deckung sitzen und den Hund mit Hilfe eines Narkosegewehres immobilisieren. So wäre der Hund innerhalb weniger Tage wieder sicher zu Hause. Eine schnelle und sichere Methode zum Einfangen entlaufener Hunde.
Es gibt leider noch einige Gegner der Distanznarkose, die immer wieder über die Risiken sprechen. Dabei wird jedoch leider wieder vergessen, dass jeder Tag auf der Straße für die Hunde ein großes Risiko birgt. Und über die fehlgeschlagenen Fangversuche mit Lebendfallen wird lieber nichts gesagt. Die vielen getöteten Hunde von Autos und Bahnen sind jedoch Realität, und fast täglich findet man in den Hundesuch-Foren eine neue Todesmeldung.
Ein großes Problem gab es bisher bei der Distanznarkose tatsächlich, die zuweilen lange Bearbeitungszeit der Schießgenehmigung. Das gehört jetzt jedoch der Vergangenheit an, denn ich gehöre zu den wenigen Personen die nun eine Ausnahmegenehmigung zum Schießen außerhalb von Schießstätten haben. Dies ist für mich nicht nur eine Anerkennung, sondern bestärkt mich auch darin, meine Arbeit wie bisher fortzuführen. Über 100 Hunden konnte ich so schon das Leben retten, und viele weitere werden hoffentlich noch folgen.